Vom Worte Gottes. Wir glauben, dass die heiligen Schriften des Alten Testamentes, sowie die heiligen Schriften des Neuen Testamentes wahrhaftig vom Heiligen Geist eingegeben sind, so dass diese Bücher insgesamt die allein wahre göttliche Offenbarung an das Menschengeschlecht ausmachen und die alleinige Quelle der Gottes-Erkenntnis, wie die alleinige Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebenswandels sein müssen. (2.Tim3,16; 2.Mo19,9; 2.Sam23,2; Jes1,2; 2.Petr1,19; Ps119,105; 1.Kor14,37)
Von Gott. Wir glauben, dass nur Ein lebendiger, wahrhaftiger und ewiger Gott ist: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Sie sind in ihren Naturen und Eigenschaften vollkommen, ewig gleich und unzertrennlich, so dass der Vater wahrhaftiger ewiger Gott, der Sohn wahrhaftiger ewiger Gott, der Heilige Geist wahrhaftiger ewiger Gott ist, und wir doch nicht an drei Götter glauben, sondern nur an Einen ewigen, allmächtigen, allweisen, allwissenden, allgegenwärtigen Gott. Zu der Erkenntnis dieses Gottes kann der Mensch nur gelangen durch die göttliche Offenbarung der Heiligen Schrift und den Heiligen Geist. (5.Mo6,4; Mt28,19; 1.Joh2,23; Eph4,6; Rö9,5; 1.Kor2,11; Ps90,2; Off4,8; Rö16,27; Hebr4,13; Jer23,24; 1.Kor2,14) Von der Sünde. Wir glauben, dass Gott den ersten Menschen nach seinem Ebenbilde schuf, ein aufrichtiges, heiliges und unschuldiges Geschöpf, vermögend, seinen Gott zu verherrlichen und mit Ihm vereint, selig zu werden. Durch List des Satans sündigte der Mensch, fiel von Gott ab, verlor das Ebenbild seines Schöpfers, und geriet alsbald nach Leib und Seele in den Zustand des Todes. Da nun alle Mensch aus dem Samen Adams entsprossen, so sind sie gleichermaßen derselben gefallenen und gänzlich verderbten Natur teilhaftig geworden, so dass sie in Sünden empfangen und geboren, Kinder des Zorns sind, gänzlich untüchtig und unlustig zu allem Guten, aber fähig und geneigt zu allem Bösen. (1.Mo1,27; Pred7,29; 1.Mo3,8; 1.Mo3,13; 1.Mo2,17; Rö5,12.18; Ps51,7; Eph2,3; Rö8,7) Von der Erlösung. Wir glauben, dass Gott den Menschen von den schrecklichen Folgen seines Falles nicht anders erlösen konnte, als durch eine vollgültige Befriedigung und Genugtuung seiner heiligen Gerechtigkeit. Daher hat Er von Ewigkeit her seinen eingeborenen Sohn, Jesum Christum, zum Sühnopfer bestimmt. Zu der von Gott bestimmten Zeit erschien demzufolge Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, in der Gestalt des sündlichen Fleisches auf Erden, und vereinigte in derselben seine ewige Gottheit mit der menschliche Natur, einer wahrhaft menschlichen Seele und einem menschlichen Leib, die jedoch vollkommen rein und fleckenlos waren und blieben, so dass nie weder in dem Herzen Jesu, noch in seinem äußeren Leben eine Sünde vorkam. Also leistete Er einen tätigen Gehorsam, indem Er für uns das ganze göttliche Gesetz erfüllte, und einen leidenden Gehorsam, indem Er seinen Leib und seine Seele als ein Opfer für uns darbrachte. Er ward ein Fluch für uns, da Er den Zorn Gottes, die Strafe unserer Sünden auf dem Kreuz von Golgatha trug. - Wir glauben, dass diese ewig vollgültige Erlösung des Sohnes Gottes die alleinige Ursache unserer Seligkeit ist, und dass uns aus derselben Vergebung all unserer Sünden und Übertretungen, Rechtfertigung, eine ewige Gerechtigkeit, Erlösung von Tod, Teufel und Hölle und das ewige Leben zu teil wird. Desgleichen, dass wir dadurch Macht erlangen, die Sünde zu hassen, ihr abzusterben, das Gute zu wollen und zu vollbringen. Nachdem Christus seine Erlösung durch seinen Tod vollbracht hat, ist Er am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und uns seinen Heiligen Geist gesandt, der uns willig macht, die Segnungen dieser herrlichen Erlösung im Glauben anzunehmen. Als Hoherpriester vertritt Er uns beim Vater, ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende und wird uns endlich einführen in den Himmel, wo Er uns die Stätte bereitet hat. (Hebr10,5-7; 1.Petr1,20; Gal4,4; Rö8,3; Kol2,9; Mt26,38; 1.Petr2,22; Hebr4,15; Mt5,17; Hebr9,28; Gal3,13; Sach13,7; Hebr9,12; Hebr5,9; Eph1,7; Rö3,24; Jes61,10; 1.Kor15,26.54.55; 1.Joh5,11.12; Tit2,14; Phil4,13; Joh19,30; Apg2,32; Lk24,51; Hebr1,3; 8,1; Apg16,14; Hebr4,14; Mt28,20; Joh14,3) Von den Gnadenmitteln und deren Ordnung. Wir glauben, dass Gott Mittel der Gnade angeordnet hat, durch welche Er die Sünder zu sich zieht und ihnen das Heil, das Christus erworben hat, zueignet. Gott hat hinsichtlich derselben eine bestimmte Ordnung getroffen, welche von uns nicht ohne Übertretung des göttlichen Willens geändert werden darf. Es kommt in Anwendung: - Das Wort Gottes. Die dadurch unter der Wirkung des Heiligen Geistes Bekehrten, werden sogleich der Gemeinde Christi hinzugetan.
- Die Taufe. Sie ist eine Erstlingsfrucht des Glaubens und der Liebe zu Christus, der Eintritt in den Gehorsam gegen den Herrn.
- Das Gedächtnismahl zur Verkündigung des Todes Christi und zur innigsten Gemeinschaft mit Ihm. In demselben findet zugleich die Gemeinschaft der Heiligen ihren höchsten Ausdruck.
Doch ist das Gebet die Seele aller dieser Mittel und des Gnadenstandes überhaupt. Es beginnt mit dem ersten Moment des neuen Lebens und hört nicht wieder auf. (Joh8,31; Mk16,16; Apg2,41.42; Joh6,56; 1.Kor10,17; Lk3,21; Apg22,16; Apg2,21; 9,6.11) Von der Bekehrung des Sünders durch das Wort Gottes. Der Weg des Heils ist der, dass der Mensch durch das Wort Gottes, welches lebendig und kräftig ist, aus seinem tiefen Sündenschlaf erweckt wird, seine Sünden und seine Schuld vor Gott erkennt und herzlich bereut. Im Wissen seiner Gefahr nimmt er seine Zuflucht zu Christus als seinem alleinigen Retter und Seligmacher, und empfängt durch den Glauben an Ihn die Vergebung all seiner Sünden und das Zeugnis in seinem Herzen, dass er ein Kind Gottes und ein Erbe des ewigen Lebens ist. Diese große Umwandlung in dem Herzen und in der Erkenntnis des Sünders ist ausschließlich das Werk des Heiligen Geistes, der nach dem gnädigen Willen Gottes das Wort mit seiner allmächtigen, erfolgreichen Wirkung begleitet, dadurch die Wiedergeburt des fleischlich gesinnten Sünders bewirkt, sein Herz auftut, seine Seele erleuchtet, und den lebendigen Glauben an Christus erzeugt. (Hebr4,12; Jer23,29; Apg2,37; 2.Kor7,10; Joh6,37; Apg4,12; Joh14,6; Rö3,24.25.28; Rö8,16.17; 1.Kor6,11; 1.Kor12,3; 1.Thess1,5; Joh1,13; Joh3,3.5.6.7; Apg16,14; Eph5,8; 1.Kor2,14; Eph2,8) Von der Taufe. Wir glauben, dass nach den bestimmten Aussprüchen des Neuen Testaments die Taufe bis zu dem Wiedererscheinen Christi für die Gläubigen fortdauern soll. Sie besteht darin, dass der Täufling von einem dazu verordneten Bruder in dem Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes einmal unter Wasser getaucht und wieder aus demselben hervorgehoben wird. Nur demgemäß wird der göttliche Befehl vollzogen, und behält die Anordnung der Heiligen Schrift ihre tiefe, ursprüngliche Bedeutung. Die Taufe ist die feierliche Erklärung und Versicherung Gottes an den gläubigen Täufling, dass er mit Christus gestorben, begraben und auferstanden sei, dass seine Sünden abgewaschen sind und dass er ein Kind Gottes ist, an welchem der Vater Wohlgefallen hat. Die Taufe soll das Bewusstsein seiner Errettung und Seligkeit in dem Täufling bestimmter und kräftiger hervorrufen. Die Taufe hat die Eigentümlichkeit, dass sie nur einmal vollzogen werden soll. (Mt28,19.20; Eph4,5; Rö6,5; Kol2,12.13; Rö6,3.4.8; Apg22,12.13.16; Eph1,6; 1.Petr3,21) Von der Gemeinde Jesu Christi. Durch die Wiedergeburt werden wir in die Gemeinde Jesu auf Erden aufgenommen und der Herr hat dieses zu einem Gnadenmittel für uns verordnet. Um alle Anordnungen des Neuen Testaments in Ausübung bringen zu können ist es die Pflicht eines jeden zu Gott bekehrten Gläubigen, nicht für sich allein da zu stehen, sondern sich mit anderen Jüngern des Herrn zu verbinden, als Glieder eines Leibes und als die lebendigen Steine einer örtlichen Gemeinde, um sich gegenseitig zu erbauen, zu trösten und fortzuhelfen auf dem Wege des Heils, um zu beharren in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet. Eine solche Verbindung von wahren Jüngern Jesu, nach dem Worte Gottes, ist eine biblische Gemeinde. Die unabänderliche Regel und Richtschnur der Gemeinde bleibt das Neue Testament. (1.Kor12,13; Eph4,15.16; Mt18,15-17; 1.Kor12,27; Eph2,19-22; 1.Thess5,11.14; Apg2,42; Joh10,27; 1.Kor3,9-11) Frankfurt 2003 |